Komm, wir fahren nach Amsterdam!

21.06.2026, Geografie

Komm, wir fahren nach Amsterdam!

Getreu dieser Liedzeile des Popduos Cora starteten im ausklingenden Schuljahr zwei Tutorien (Geo/ Herr Dr. Wilcke und Kunst/ Frau Busch) gut gelaunt mit dem Zug in Richtung Niederlande.
Dass unter den 22 Teilnehmenden kurz vor Reiseantritt eine Handfraktur operiert und ein Fußbruch diagnostiziert wurde, hielt niemanden davon ab, mitzufahren. Mit Krücken, orthopädischem Walker-Stiefel und Handschiene im Gepäck ging es los.
Die erste Herausforderung bestand darin, eine heitere Reisegruppe über mehrere Stunden im Ruhebereich der DB ans Ziel zu bringen. Stichwort: Psssst! Dank mitgebrachter Müdigkeit, Snacks, Kopfhörern und natürlich mit eiserner Disziplin nahmen wir diese Hürde mit Bravour. Angekommen in Amsterdam, brachte uns eine kleine Fähre in das nördlich gelegene Hostel, das gut ausgestattet war aber auch einige Tücken in punkto Zimmerlüftung und Nachtruhe mit sich brachte. Lage und Angebote in der Lobby machten dies aber wett und im Vergleich zu den täglichen kurzen und sehr entspannten Fahrten übers Wasser kann die U8 Richtung Hermannplatz nicht ansatzweise mithalten.

Unser Reiseprogramm war ein gelungener Mix aus Input und Freizeitentspannung. Während einer morgendlichen Fahrt durch die Grachten bei herrlichstem Sonnenschein konnte man beides gut kombinieren. Auch im Vondelpark gab es Gelegenheit für Aktivität und Müßiggang – die meisten entschieden sich für Letzteres.
Hoch im Kurs auf der Reise stand bei vielen die Erkundung und Testung lokaler Foodspots. Auch die Supermarktkette Albert Heijn machte dank des ASG enormen Umsatz und bekam sogar eine eigene lyrische Widmung von zwei Schülerinnen.
Im Rijksmuseum Amsterdam kamen insbesondere die Kunstfreunde auf ihre Kosten aber einen Rembrandt oder Vermeer einmal im Original zu bestaunen, schadet keinesfalls der Allgemeinbildung und ist für jeden(n) durchaus bereichernd. Wissenswertes über das Goldene Zeitalter im Spiegel der Kolonialzeit gab es aber auch speziell für den Geographie-Kurs.

Die NDSM-Werft im Norden der Stadt, beworben als hippes Szeneviertel Amsterdams, bot ebenfalls zahlreiche künstlerische und historische Impulse und war gleich zweimal Ausflugsziel für unsere Gruppe. Bei einer geführten Stadttour erfuhren wir vor Ort nicht nur Interessantes über die Geschichte der Werft und die Lebensbedingungen für junge Menschen in der Stadt, sondern konnten uns unterwegs auch von der Weitläufigkeit einer Amsterdamer Fahrradgarage überzeugen; Sinnbild für diese moderne Verkehrsstadt. Einige aus unsere Reisegruppe nutzen die Mietangebote an Fahrrädern während der Kursfahrt höchstpersönlich und mit viel Freude.
Am letzten Tag vor der Abreise planten wir bei sommerlichem Wetter einen Ausflug nach Zandvoort, ans Meer. Auch wenn selbiges durch die meterologischen Bedingungen zunächst im Nebel versunken schien, stürzten sich einige Badefreudige direkt in die Fluten. Mit Pizza, Pasta, Musik, Sonnencreme, neuartigen Entdeckungen vom Meeresgrund und Volleyball wurde der Strandtag perfekt abgerundet und die Sonne brachte nach und nach die Umgebung wieder ans Licht.
Vermutlich hätte es angesichts dieser Urlaubsstimmung niemanden wirklich gestört, wenn die Reise noch ein paar Tage verlängert worden wäre – vom Schlafdefizit, einigen Erkältungssymptomen und den Hotelregeln einmal abgesehen. Besagte Reiseverlängerung sollte noch folgen.
Unsere Rückfahrt mit der Bahn nach Berlin am Freitag wurde dieses Mal nämlich durch extrem hohe Temperaturen erschwert und ab Hannover wegen Versagens der Klimaanlage sogar für mehrere Stunden unterbrochen. Die Wartezeit in der Hitze wurde durch Wassereis und heitere Gespräche verkürzt. Noch beschwingt von den Erlebnissen der Kursfahrt, blieb unsere Reisegruppe daher grundoptimitstisch und entspannt, auch wenn das letzte Stück der Wegstrecke im Stehen oder kauernd zwischen Gepäckstücken zurückgelegt werden musste und wir erst spät am Abend den Berliner Hauptbahnhof erreichen sollten.
Einige Freiwillige halfen sogar beim Verteilen von  kostenlosem Wasser im Zug, andere sorgten mit lustigen Geschichten aus ihrem Leben für gute Laune bei den Mitreisenden.
Am Ende der Fahrt waren sich jedenfalls ausnahmslos alle einig, dass Amsterdam absolut eine Reise wert ist und man etwas verpasst hat, wenn man nicht mit dabei war bei unserer Kursfahrt.
Und für alle, die wissen wollen, wie man künftig einen Handgelenksbruch verhindert, hier noch ein heißer Insidertipp von Jasmin ganz am Schluss:
„An apple a day keeps the doctor away!“ 🙂

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