Schwerpunktthema: Begegnung mit der Erinnerungslandschaft in Berlin
Dauer: 08.00 – 17.00 Uhr
Teilnehmer*innen: 27
Kursleiterin: Frau Waidmann

Das „Haus der Wannsee-Konferenz“ - eine beeindruckende Villa mit großem Garten und bestem Blick auf den Wannsee.
Zuerst einmal ist es sehr schwierig sich vorzustellen, dass in diesem Haus so etwas Schreckliches passierte. In der Villa wurde deutsche Geschichte geschrieben: Am 20. Januar 1942 erörterten und entschieden 15 hochrangige Vertreter der SS, NSDAP und verschiedener Reichsministerien über das Schicksal von elf Millionen Juden in ganz Europa. Sie diskutierten über Wege der Deportation, Unterbringung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung.

Am 10.01.2017 nahmen wir, zwei Geschichtsgrundkurse des Abiturjahrgangs, mit unserer Kursleiterin Frau Waidmann an einem Studientag zur Erinnerungslandschaft Berlins im Hinblick auf die NS-Herrschaft teil.
Zuvor hatten wir uns im Unterricht eingehend mit dem Nationalsozialismus, insbesondere den ideologischen Grundlagen und dem Holocaust auseinandergesetzt. Die Veranstaltung sollte die Erinnerungskultur in der deutschen Hauptstadt Berlin thematisieren.

Den Beginn der Veranstaltung stellte eine Übung dar, in der wir Schüler in Kleingruppen aus einer Collage, bestehend aus Bildern historischer Ereignisse, ein Geschehen wählen sollten, welches für uns von Bedeutung ist. Diese Übung diente vorrangig zur Reflexion über unsere Wahrnehmung historischer Ereignisse und welche Bedeutung wir diesen subjektiv beimessen .

Gefolgt davon erhielten wir eine Führung durch die Ausstellung. Diese beleuchtet neben den Ereignissen des 20. Januar 1942 auch die Judenverfolgung zwischen 1933 und 1945 in Deutschland. So werden beispielsweise die Nürnberger Rassegesetze erläutert, die darüber entschieden, ob jemand im Sinne der Rassenideologie der Nationalsozialisten Jude war oder nicht. Gemeinsam diskutierten wir dann u.a. über die Verantwortung des Einzelnen an gesellschaftlichen Vorgängen, den Beitrag von Individuen und Gruppen am Vollzug der Verfolgungs- und Vernichtungsaktionen und unterschiedliche Ansichten bezüglich der „Schuld“ der Deutschen am Holocaust und am 2.Weltkrieg.

Als Kurs beschäftigten wir uns nach der Führung anhand verschiedener Gedenkorte mit dem Aspekt der Erinnerungskultur in Berlin. In kleinen Gruppen besuchten wir in den nächsten Stunden verschiedene Denkmäler, um diese zu besichtigen, zu bewerten und anschließend unseren Mitschülern zu präsentieren.

Wir trafen uns zum Ende des Tages in der Schule und stellten uns gegenseitig die Gedenkorte vor.
Darunter waren z.B. das nahezu unsichtbare Denkmal einer u
nterirdischen Bibliothek zur Erinnerung an die Bücherverbrennung von 1933 am Bebelplatz oder auch eines der bekanntesten Gedenkstätten in Berlin – das Holocaust-Mahnmal im Herzen der Stadt, zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz, welches an die ermordeten europäischen Juden erinnern soll.

Insgesamt war es eine äußerst interessante und anregende Veranstaltung. Wir empfanden sie als sehr informativ und lehrreich und uns erschlossen sich neue Perspektiven auf den Themenbereich. Diese Exkursion ist daher auch für die nächsten Jahrgänge sehr zu empfehlen.

Soumaya Guizani und Sebahat Kandemir, Geschichtsgrundkurs (Q4)