Die beiden Grundkurse im Fach Geschichte (Kursleiterin: Frau Waidmann) nahmen am 10.01.2017 an einem Studientag zum Themenbereich „Nachwirkungen des NS-Regimes in Politik und Gesellschaft seit 1945: Begegnungen mit der Berliner Erinnerungslandschaftteil. Dieser Studientag sollte nicht nur zur Vertiefung der Lerninhalte des Unterrichts dienen, sondern auch dazu, neue Aspekte des Themas, die im Unterricht oft zu kurz kommen, kennenzulernen und sich mit diesen an Orten außerhalb der Schule auseinanderzusetzen.

Der Tag begann mit einer langen, gemeinsamen S-Bahn-Anreise durch die halbe Stadt, die wir durch ein kurzweiliges Geschichts-Quiz gut überstanden und mit einer Wanderung entlang des Wannsees zum Haus der Wannseekonferenz beendeten.

Wir wurden freundlich empfangen und nach einer kurzen Einführung erhielten wir Collagen zu historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts, deren Relevanz für uns selbst wir in kleinen Gruppen diskutieren und später im Plenum vorstellen sollten. Diese Runde nahm viel Zeit in Anspruch, ermöglichte uns aber auch die Reflektion über die eigene Wahrnehmung geschichtlicher Vorgänge und die Bedeutung, welche wir diesen zumessen.

Anschließend erörterten wir in dem Raum, in welchem die Wannseekonferenz im Jahre 1942 stattgefunden hatte, die inhaltlichen Aspekte der ,,Endlösung der Judenfrage'' und konnten in dieser Gesprächsrunde auf Grundlage unseres Fachwissens vertiefenden Fragestellungen nachgehen. Hierbei wurde noch einmal klar herausgearbeitet, dass es dabei nicht mehr um die Entscheidung ging, ob die europäischen Juden vernichtet werden sollten, sondern diese Zusammenkunft als  ein gewöhnliches „Arbeitstreffen“ zur Koordinierung effektiver Abläufe betrachtet wurde. Es war unserem Workshop-Leiter besonders wichtig, diesen Aspekt herauszustellen, da jeder sich bei der Befolgung von Richtlinien fragen müsse, woran er oder sie gerade mitwirke.
Später erhielten wir eine Führung durch verschiedene Säle des Hauses, die wiederholt durch Kurzvorträge zu bestimmten Bereichen der NS-Ideologie und damit einhergehender Aktionen, u.a. zum Euthanasie-Programm, begleitet wurden.

Nach der Mittagspause begann die zweite Phase des Studientages, in der wir uns erneut in kleinen Gruppen zusammenfanden, uns für ein Denk-, bzw. Mahnmal entschieden, zu der wir eine kleine Präsentation erarbeiten sollten. Unter anderem standen das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und das Holocaust-Mahnmal zur Auswahl. Es war notwendig innerhalb von ca. 3 Stunden in unserer jeweiligen Kleingruppe diese Orte aufzusuchen, das Umfeld in Augenschein zu nehmen, die Wirkung innerhalb der Stadtlandschaft zu beurteilen und möglicherweise mit Passanten über das jeweilige Mahnmal ins Gespräch zu kommen.

Der Tag wurde durch die umfangreichen Präsentationen der einzelnen Gruppen mit einiger Verspätung erst um 17 Uhr in der Schule beendet. Aber auch dann hatten wir den Eindruck, dass wir noch länger über die Umsetzung und Wirkung der Bauten hätten diskutieren können.  Zur Visualisierung des eigenen Arbeitsprozesses und der Präsentationsergebnisse nutzten wir Bilder der Denkmäler und Mahnmale vor Ort. Der Besuch der verschiedenen Orte verdeutlichte, dass die Nationalsozialisten neben den Juden auch andere Minderheiten wie Behinderte und Homosexuelle zur „Bedrohung“ erklärten und verfolgten.

Zusammenfassend möchten wir erwähnen, dass diese Exkursion aufgrund der eindringlichen Erläuterung der grausamen Geschehen in der Zeit des Nationalsozialismus informativ und bewegend zugleich war.

verfasst von Melissa Isik und Hamza  Aydin, GK Geschichte (Q4)